Drehen oder falten? Propeller-Probleme.

Nicht nur in der letzten Saison ist uns aufgefallen, dass das eine oder andere vergleichbare Segelboot mit Segeln auf gleichem Kurs schneller ist als unsere RASMA.
Im letzten Sommer überholten uns auf dem Weg von Grömitz nach Wismar nacheinander auf deprimierende Weise jeweils eine Najad 36 und eine Hallberg Rassy 36. Das darf nicht sein!

Dieses Überholen war so deutlich, dass ich mir wirklich ernsthaft Gedanken über die Ursachen dafür gemacht habe.
Einen Grund für das Geschwindigkeitsdefizit unserer RASMA konnten wir im letzten Herbst bereits nach dem Krantermin sehen. Das Unterwasserschiff war an einigen Stellen sehr stark und dick mit Seepocken zugewachsen. Klar, so starker Bewuchs macht den Rumpf langsamer.
Auf dem Steg in unserem Hafen kam ich zufällig mit einem Segler ins Gespräch, der ebenfalls eine Compromis besitzt. Er hat an seiner Compromis 1050 vom Festpropeller auf einen Faltpropeller gewechselt und schwärmte von dem deutlich spürbaren Zuwachs an Geschwindigkeit beim Segeln. Die Fahreigenschaften unter Motor sind angeblich auch viel besser geworden. Leider vergass ich, nach Propellertyp und Marke zu fragen.

Darüber wollte ich aber doch mehr wissen. Daheim wurde zunächst die vorhandene Literatur überprüft, in alten Zeitschriften von Yacht, Segeln und Palstek fand ich einiges an Berichten. Die letzten Tests waren leider schon über 15 Jahre alt. Diese gesammelte Informationsflut diente nicht unbedingt dazu, mir ein klareres Bild zu verschaffen.
Grob zusammengefasst gibt es Propeller, die sich falten lassen und welche, die sich in eine Segelstellung drehen können. Beide Sorten gibt es mit 2,3 oder 4 Blättern. Die Preise fangen bei etwa € 750 an und hören etwa bei über € 3000 auf, jedenfalls für ein Segelboot wie unsere RASMA. Hinzu kommt, dass so ein neuer Propeller genau für jedes Boot berechnet werden muss. Diese Berechnung ist eindeutig nichts für Laien wie mich.
Für die weitere Meinungsbildung habe ich im Segeln-Forum eine Frage zu dem Thema eingetragen. Aus den vielen und überwiegend konstruktiven, hilfreichen Antworten habe ich viele Informationen gewinnen können und anschließend mit zwei Herstellern Kontakt aufgenommen. Das war zum einen die Firma Flexofold aus Dänemark und zum anderen das Unternehmen SPW aus Bremen.
SPW bietet primär Drehflügelpropeller an und Flexofold Faltpropeller. Von beiden Unternehmen lasse ich mich telefonisch beraten und mir ein schriftliches Angebot geben.
SPW ist mit seinen Variprop deutlich teurer, die Beratung war allerdings wesentlich umfangreicher. Die kompetent wirkende Dame am Telefon stellte mir eine Menge Fragen. Sie fragte nicht nur nach den technischen Daten meines Bootes, so wie bei Flexofold, sondern auch nach Revier, Liegeplatz, Fahrverhalten unseres Bootes, unsere persönlichen Wünsche und bisherigen Erfahrungen. Die Empfehlung von Frau Drebing war entsprechend eindeutig: 3-Blatt Variprop!


Als ich ihr sagte, dass ich den Preis erst im "Familienrat" diskutieren muss, um entsprechende Akzeptanz zu bekommen, hatte sie Verständnis. Nun hatte ich etwas zum Grübeln. Zunächst aber habe ich mir gesagt, so wenig an mehr Geschwindigkeit für so viel Geld! Nein, das geht gar nicht. Dafür bekomme ich ja einen neuen Gennaker! Sicher war ich mir aber überhaupt nicht.
Dann kam die Boot 2019 in Düsseldorf. Dort nutzten wir die Gelegenheit uns die Propeller vor Ort anzusehen und mit den Händlern zu sprechen.
Wieder war es Frau Drebing auf dem Stand von SPW, die entspannt und überzeugend die Vor- und Nachteile ihres Propellers darlegt.


Nach ein, zwei Tassen Kaffee und einem kontofreundlichen Messeangebot war alles klar!

Ein Variprop - 3-Blatt wurde bestellt, und wir fuhren mit einem guten Gefühl von der Messe nach Hause.
Die Auftragsbestätigung kam nach wenigen Tagen, und in einem Telefonat wurde ich noch darüber informiert, wie ich den neuen Propeller am besten in unserem Revier vor Bewuchs schützen kann. Das entsprechende Mittel würde zusammen mit dem Propeller geschickt.

Nun ist der neue Propeller angekommen, und in der nächsten Woche fahren wir nach Wismar zum Boot. Ich will das Teil schnell am Boot sehen.

Das Buch zum Törn


Danke! Ich bin verblüfft, dass bereits so viele Bücher gekauft wurden.




hier der link:
COMPROMIS-fähig


als E-Book, mit Bildern in Farbe und als Taschenbuch in s/w, weil Farbe die Druckkosten zu hoch getrieben hätte.



Am zweiten Teil des Buches arbeite ich zur Zeit.
Da in diesem Buch überwiegend neue Geschichten vom Segeln und den Menschen wiedergegeben werden sollen, und die Ereignisse und Hintergründe ausführlicher beschrieben werden, wird es dauern. 
Ich hätte nicht erwartet, wie viel Arbeit und Zeit das Schreiben erfordern wird.


bis später.



RASMA ist im Winterlager in Wismar. Der Grund für die erschreckende Langsamkeit waren Seepocken, Unmengen von Seepocken. Das Antifouling wirkt nur, wenn man fährt und 2018 sind wir eindeutig zu wenig gefahren.
Im nächsten Jahr hoffen wir auf mehr Zeit für das Segeln.